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Die KI-Blase: CEO-Warnungen und „Big Short“-Wette lösen globalen Tech-Ausverkauf aus

  • Nov 6, 2025
  • 3 min read
US AI Stock Crash
Die KI-Party macht Pause.

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Ein starker, globaler Ausverkauf erschütterte am Mittwoch die Märkte, als ein Einbruch bei Technologieaktien die Indizes von Tokio bis Frankfurt nach unten zog und die Volatilität auf den höchsten Stand seit April trieb. Der Rückzug von den Rekordhochs, der über Nacht in den USA begann und sich in Asien beschleunigte, signalisiert einen definitiven Bruch des unerbittlichen Aufwärtsmomentums des Marktes, angetrieben von einer plötzlichen, schweren Vertrauenskrise in die Tech-Bewertungen.


Der unmittelbare Auslöser für den Abschwung kam nicht von einem Algorithmus, sondern von den mächtigsten Stimmen der Wall Street. Auf dem Global Financial Leaders’ Investment Summit in Hongkong gaben die CEOs von Goldman Sachs und Morgan Stanley deutliche, öffentliche Warnungen ab. David Solomon von Goldman prognostizierte, dass ein „Rückgang von 10 % bis 20 %“ in den nächsten 12 bis 24 Monaten wahrscheinlich sei, während Ted Pick von Morgan Stanley zustimmte und erklärte, die Märkte sollten „die Möglichkeit von 10 % bis 15 % Korrekturen begrüßen“.


Diese Kommentare fielen auf fruchtbaren Boden: die weit verbreitete, private Angst vor einer KI-Blase. Nach einer massiven, siebenmonatigen Rallye warnten Analysten, dass die Bewertungen ein „Blue Sky“-Territorium erreicht hätten, in dem jede „kleine schwarze Wolke“ eine massive Umkehr auslösen könnte. Investoren, so ein Stratege, stecken „bis zum Hals“ in KI-Aktien. Lisa Shalett, CIO von Morgan Stanley Wealth Management, riet ihren Kunden ausdrücklich, Gewinne bei „spekulativen und unprofitablen Aktien“ mitzunehmen und in „Large-Cap-Core- und Qualitätsaktien“ umzuschichten.


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Was der Angst einen kräftigen symbolischen Schlag versetzte, war die Enthüllung, dass Michael Burry – der durch „The Big Short“ berühmt gewordene Investor – seine Aufmerksamkeit auf KI gerichtet hat. Seine Firma platzierte eine Wette über 1,1 Milliarden Dollar gegen die KI-Lieblinge Nvidia und Palantir, ein Schritt, der die Befürchtungen kristallisierte, dass die „Super-hohen Bewertungen“ der Branche, wie ein Analyst der BBC sagte, nicht mehr zu rechtfertigen sind.



Die Mechanik des Marktes war keine Panik, sondern eine „klassische Auflösung von Positionen“. Strategen erklärten, dies sei keine Reaktion auf eine einzelne Nachricht, sondern eine herdenähnliche Stimmungsänderung. Da Hedgefonds und Privatanleger bei Tech „extrem exponiert“ seien, löste die erste Welle von Gewinnmitnahmen eine Kaskade aus. Die Auswirkungen waren unmittelbar: Die japanische SoftBank, ein wichtiger Tech-Investor, brach um über 10 % ein. Nvidia, das kürzlich als erstes Unternehmen mit 5 Billionen Dollar bewertet wurde, fiel um fast 4 %, während die südkoreanische Samsung um über 4 % nachgab.


Diese auf Technologie ausgerichtete Angst wird durch einen düsteren makroökonomischen Hintergrund verstärkt. Der Vorsitzende der UBS warnte vor einem „drohenden systemischen Risiko“ im undurchsichtigen privaten Kreditmarkt. Darüber hinaus stellten zwei Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve eine mit Spannung erwartete Zinssenkung im Dezember in Frage und erhöhten ihre „Schwelle“ für eine Lockerung. Angesichts eines andauernden US-Regierungsstillstands, der Investoren zwingt, ohne wichtige Wirtschaftsdaten „blind zu fliegen“, ist die Risikobereitschaft verflogen.


Dennoch sagt nicht jeder einen Absturz voraus. Einige Analysten bleiben hinsichtlich der mittelfristigen Aussichten „zuversichtlich“ und verweisen auf eine Rekordsumme von 7,4 Billionen Dollar in hochliquiden US-Geldmarktfonds als starke Stütze für die Märkte. Sie argumentieren, dies könnte lediglich eine „gesunde Korrektur“ oder eine „Verschnaufpause“ vor einer Rotation in andere Sektoren sein, statt der Anfang vom Ende.


CRUX

Der globale Tech-Ausverkauf ist mehr als nur ein einfaches Tief; er ist eine kalte Abrechnung mit der Realität. Ausgelöst durch explizite Warnungen von Top-Bank-CEOs und bestätigt durch Michael Burrys Wette gegen den Sektor, lösen Investoren rapide Positionen auf, die auf dem Hype um die KI-Blase aufgebaut wurden. Ob dies die „gesunde Korrektur“ ist, auf die Analysten gehofft hatten, oder der Beginn des 20%-Rückgangs, den die Wall Street nun vorhersagt – das „Blue-Sky“-Szenario des Marktes hat sich definitiv eingetrübt.


Nach einem Jahr der Jagd nach der Zukunft ist der Markt plötzlich gezwungen, die Realität einzupreisen.


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