Die ängstlich-vermeidende Beziehung: Warum ist diese magnetische Diskrepanz so unglaublich häufig?
- Nov 4, 2025
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Schon mal gesehen? Die Person, die liebend gerne um 2 Uhr nachts „Bist du wach?“ textet, ist irgendwie immer mit der Person zusammen, die eine Nachricht entwirft und sie dann wieder löscht. Es ist die klassische Dynamik: Eine Person sehnt sich nach ständiger Verbindung, und die andere scheint einen permanent installierten Notausgang zu haben. Es ist ein verblüffendes romantisches Rätsel, und doch ist es eine der häufigsten Paarungen überhaupt. Warum findet der Magnet für „zu nah“ immer den Magneten für „zu weit“?
Das ist kein Zufall, das ist Psychologie. Es läuft alles auf unseren „Bindungsstil“ hinaus – eine Art emotionale Blaupause, die wir aus unseren frühesten Erfahrungen mitbekommen und die prägt, wie wir Intimität sehen. Einige von uns lernen, dass wir viel Bestätigung und Nähe brauchen, um uns sicher zu fühlen – das ist die ängstliche Seite. Andere lernen, dass sie autark sein und ein wenig emotionale Distanz wahren müssen, um sich sicher zu fühlen – hallo, vermeidende Seite. Nichts davon ist „falsch“, es ist nur ein anderes Betriebssystem für die Liebe.
Warum also swipen diese beiden gegensätzlichen Pole immer beim anderen nach rechts? Man sollte meinen, sie würden sich abstoßen wie zwei falsch gepolte Magnete. Hier ist das Geheimnis: Sie sind beide zutiefst unsicher, nur auf unterschiedliche Weise. Der ängstliche Partner fürchtet sich davor, allein gelassen zu werden, während der vermeidende Partner sich davor fürchtet, erstickt zu werden. In einer seltsamen Wendung sehen sie unbewusst etwas im anderen, von dem sie glauben, dass sie es brauchen. Die ängstliche Person hält die Distanz des vermeidenden Partners für coole Unabhängigkeit. Die vermeidende Person fühlt sich von der Wärme des ängstlichen Partners angezogen, auch wenn sie sie erschreckt. Es ist die perfekte Voraussetzung für einen schmerzhaften Kreislauf ... wenn man nicht weiß, wie man ihn stoppt.





