Dracula: A Love Tale Kritik: Luc Bessons bizarrer Liebesfilm
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Luc Besson ist auf den Regiestuhl zurückgekehrt mit Dracula: A Love Tale, einem Film, der verzweifelt die definitive romantische Neuinterpretation von Bram Stokers Klassiker sein möchte. Mit dem exzentrischen Caleb Landry Jones als Titelfigur und dem stets verlässlichen Christoph Waltz als vampirjagendem Priester, spukt diese Adaption derzeit durch die Kinos. Besson, bekannt für Das fünfte Element, scheint die opernhafte Größe von Francis Ford Coppolas Meisterwerk von 1992 anzustreben. Das Ergebnis ist jedoch ein seltsamer Cocktail aus hohem Anspruch und verwirrender Umsetzung, der sich stark – vielleicht zu stark – auf die „Liebe“ im Titel konzentriert.
Caleb Landry Jones liefert eine Leistung ab, die zweifellos engagiert ist, auch wenn sie sich etwas feucht anfühlt. Im Ernst – hier ist viel Spucke und nasses Haar im Spiel. Er spielt einen weinerlicheren, liebeskrankeren Dracula, als wir es gewohnt sind. Während Gary Oldman gefährliches Charisma versprühte, wirkt Jones oft wie ein grübelndes Emo-Kind, das einfach nur eine Umarmung braucht. Christoph Waltz ist dagegen der absolute MVP. Ob er nun offiziell Van Helsing oder einfach nur „Priester“ ist, er bringt eine kühle, selbstbewusste Lässigkeit mit, die den Film erdet, wann immer er droht, ins Absurde abzudriften. Er stiehlt jede Szene im wahrsten Sinne des Wortes und beherrscht die Leinwand mit einem Witz, der dem Rest des Drehbuchs schmerzlich fehlt.
Visuell ist der Film ein chaotisches Sammelsurium, bei dem man sich fragt, wo das Budget geblieben ist. Er strebt eindeutig nach der gotischen Pracht von Coppolas Version, landet aber oft eher bei einem Billig-Imitat von Temu. Die physischen Sets sehen manchmal fantastisch aus, beißen sich aber gewaltig mit Greenscreen-Hintergründen, die flacher wirken als ein Theaterstück. Es ist eine ablenkende Ästhetik, die einen aus der Immersion des 19. Jahrhunderts reißt. Wir bleiben mit einem Film zurück, der in einer Minute wie ein Meisterwerk und in der nächsten wie ein teurer Cartoon aussieht. Ist dieser stilistische Schleudertrauma-Effekt eine mutige künstlerische Entscheidung oder einfach nur ein Durcheinander? Und genau das ist ein zentraler Punkt in dieser Dracula: A Love Tale Kritik. Okay, kommen wir zu einigen milden Spoilern.




