Der 41-Tage-Stillstand: Warum das Ende des US-Regierungsshutdowns seine globalen Folgen nicht beheben wird
- Nov 12, 2025
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Die Wall Street atmete diese Woche kollektiv auf, als der längste US-Regierungsshutdown in der Geschichte der Nation sich einem Ende zuzuneigen schien. Die Märkte, angeführt vom S&P 500 und dem Dow, zogen angesichts der Nachrichten an, angetrieben von Optimismus, dass die politische Pattsituation endlich durchbrochen sei. Für datenhungrige Investoren ist die Wiedereröffnung entscheidend. Sie ermöglicht die Veröffentlichung offizieller Wirtschaftsstatistiken, insbesondere des Arbeitsmarktberichts, der unerlässlich ist, um den zukünftigen Kurs der Federal Reserve zu beleuchten.
Dieser Marktoptimismus baut jedoch auf den Trümmern einer 41-tägigen Krise auf, die schweren und greifbaren Schaden angerichtet hat. Der Shutdown zwang 1,3 Millionen Bundesangestellte in den Zwangsurlaub oder zur Arbeit ohne Bezahlung, wodurch schätzungsweise 16 Milliarden US-Dollar an Löhnen vernichtet wurden. Er legte wichtige Verträge lahm, führte zu Flugausfällen und, was vielleicht am akutesten war, stoppte die Nahrungsmittelhilfe für fast 42 Millionen Amerikaner. Dies war keine theoretische politische Debatte; es war ein tiefgreifendes Versagen der Regierungsführung, das die Lebensgrundlage von Millionen abwürgte.
Der Durchbruch, als er kam, war keine große Lösung, sondern eine fragile politische Transaktion. Der Senat brachte eine Überbrückungsfinanzierung mit einer Verfahrensabstimmung von 60-40 Stimmen voran – eine Mehrheit, die nur möglich wurde, nachdem acht der Demokraten nahestehende Senatoren die Parteilinie überquerten. Ihr Preis: eine zukünftige, unverbindliche Abstimmung über die Verlängerung der Subventionen für den Affordable Care Act (ACA). Dieser vorübergehende Waffenstillstand, der die Regierung bis zum 30. Januar finanziert halten soll, war ein Handel, der geschlossen wurde, um die nationale Lähmung zu beenden. Er wirft die dringende Frage auf: Hat Washington wirklich eine Lektion gelernt oder die Dose nur eine sehr teure Straße hinuntergetreten?

Für die Weltwirtschaft beseitigt das Ende des Shutdowns einen erheblichen, selbstverschuldeten Gegenwind. Analysten waren im Blindflug unterwegs, gezwungen, sich auf private Daten zu verlassen, um die Gesundheit der größten Volkswirtschaft der Welt zu erraten. Die Wiederaufnahme der offiziellen Daten wird die Klarheit wiederherstellen, obwohl historische Analysen zeigen, dass die Märkte sich nach einem Shutdown typischerweise erholen, die verlorene Wirtschaftsleistung aber oft für immer dahin ist.
Der Zeitpunkt dieses internen Zusammenbruchs könnte nicht prekärer sein. Während Washington sich auf seine eigene Dysfunktion konzentrierte, kamen Top-Diplomaten der G7-Industrienationen in Kanada zusammen. Das Treffen ist bereits von Spannungen geprägt, da traditionelle Verbündete mit einer US-Regierung ringen, die offen eine „Americans FIRST“-Politik priorisiert, von Verbündeten das Erreichen willkürlicher 5%-Verteidigungsausgabenziele fordert und einen unilateralen Kurs bei globalen Konflikten in Gaza und der Ukraine fährt.
Während die US-Märkte die Rückkehr der heimischen Ordnung feiern, machen sich Amerikas Verbündete Notizen. Der Shutdown bot eine krasse, 41-tägige Ausstellung politischer Instabilität und verstärkte ein Narrativ der amerikanischen Unzuverlässigkeit. Diese Wahrnehmung hat Konsequenzen. Sie erschwert die diplomatischen Bemühungen der USA, von der Sicherung der Unterstützung für das Energienetz der Ukraine über die Bewältigung von Handelsstreitigkeiten bis hin zur Präsentation einer geschlossenen Front bei der globalen Sicherheit.
Die Marktrallye ist real, angetrieben von positiven Erträgen und einer unerbittlichen Ausgabenflut der Unternehmen für KI-Infrastruktur. Aber dieser heimische Wirtschaftsmotor läuft in einer Maschine, die von politischen Brüchen und schwindendem globalen Ansehen geplagt ist. Der Shutdown mag vorbei sein, aber der Schaden für das Vertrauen – sowohl im Inland als auch im Ausland – ist noch lange nicht behoben.
CRUX
Das Ende des rekordlangen US-Regierungsshutdowns hat eine Marktrallye ausgelöst, da Investoren die Rückkehr wichtiger Wirtschaftsdaten erwarten. Dieser kurzfristige Optimismus verschleiert jedoch den tiefen wirtschaftlichen Schaden – einschließlich 16 Milliarden US-Dollar an Lohneinbußen – und die schweren politischen Brüche, die die Krise offengelegt hat. Noch wichtiger ist, dass diese verlängerte Periode interner Lähmung genau zu dem Zeitpunkt stattfand, als sich die US-Verbündeten in der G7 trafen, was das globale Vertrauen in die amerikanische Stabilität und Führung in einer Zeit erheblicher internationaler Spannungen weiter untergräbt.
Die Lichter in Washington sind wieder an, aber der Schatten des Stillstands bleibt.




