Ein unheimlicher Einblick in die Angst von Hunden: Unsere offizielle Good Boy Kritik.
- Oct 11, 2025
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Vom Debütregisseur Ben Leonberg ist Good Boy (2023) keine gewöhnliche Spukhausgeschichte. Tatsächlich hebt sich der Film durch seinen genialen Kniff sofort von der Masse ab. Verfügbar auf Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video (seit dem 3. Oktober), zentriert dieser Film seine gesamte Erzählung auf die Augen – und Sinne – von Indie, einem wirklich außergewöhnlichen Hundedarsteller, der den titelgebenden „Good Boy“ spielt. An Indiens Seite tritt, meist über Videoaufnahmen, das bekannte Genre-Gesicht Larry Fessenden, obwohl das menschliche Element bewusst unscharf gehalten wird, um den Fokus ganz auf unseren vierbeinigen Protagonisten zu legen. Ich war sofort von der schieren Kühnheit des Konzepts gefesselt: Was, wenn unsere treuen Begleiter nicht nur ins Leere starren, sondern aktiv die unsichtbaren Schrecken wahrnehmen, die in unseren Häusern lauern?
Die Brillanz von Good Boy liegt in diesem einzigartigen Blickwinkel, der eine möglicherweise alltägliche Geistergeschichte in etwas wirklich Neues verwandelt. Anstatt sich auf typisch menschliche Reaktionen auf nächtliche Geräusche zu verlassen – das Rationalisieren, die Skepsis, das schließliche Schreien – erleben wir rohe, instinktive Reaktionen von Indie. Sein Bellen, sein Wimmern, sein plötzlicher Rückzug unter das Bett oder sogar seine mutigen Konfrontationen schaffen eine urtümliche Verbindung zur eskalierenden Furcht. Es ist ein meisterhafter Schachzug, der Momente tiefen Mitgefühls ermöglicht, in denen Indies Angst unsere eigene widerspiegelt, aber auch Reaktionen liefert, die ein menschlicher Charakter einfach nicht bieten könnte.
Dies ist kein Film, der auf eine Überdosis Jump-Scares abzielt, obwohl ein paar davon ins Schwarze treffen. Stattdessen entwickelt Leonberg einen bewussten Slow-Burn, der uns mit visueller Erzählkunst und ausgedehnten Sequenzen stiller Beobachtung in Indies Welt hineinzieht. Es zeugt vom Selbstvertrauen des Films, dass er diese stillen, beunruhigenden Momente zulässt und die Furcht eher einsickern lässt, als sie uns entgegenzuschleudern. Die entscheidende Frage für diese Good Boy Kritik ist jedoch: Kann ein Film, der so sehr von seinem zentralen Gimmick abhängt, seine Spannung aufrechterhalten, oder entpuppt sich sein Kern bei genauerem Hinsehen als mehr Bellen als Biss?




